BARF – die einzig wahre Ernährung. Oder?

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BARF steht, je nachdem, wo man schaut, für „bones and raw food“ oder, eingedeutscht für „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Ursprünglich bedeutete die Abkürzung übrigens „born again raw feeders“ was so viel heißt wie „Wiedergeborene Rohfütterer“. Das war den meisten dann wohl doch zu religiös angehaucht, also wurde die Abkürzung behalten und kurzerhand umgedeutet.

Das Prinzip der Fütterung ist kurz erklärt: Rohes Fleisch, Fisch, Knochen und Gemüse. Unverarbeitete Nahrungsmittel, die möglichst naturnah sein sollen. Problem dabei ist, dass man sich bei der BARF-Fütterung wirklich gut auskennen sollte, sonst können schnell Mangelzustände entstehen. Da Hunde diese lang kompensieren fällt ein Mangel meist erst auf, wenn es zu schwerwiegenden Ausfällen kommt. Beispiel? Das Verhältnis von Calzium zu Phosphor ist bei der Fütterung von rohem Fleisch stark auf Seiten des Phosphors. Um das Problem dahinter zu verstehen müssen wir einen kleinen Ausflug in die Endokrinologie machen:

Steigt der Phosphor-Spiegel im Blut ernährungsbedingt an, so ist der Körper bemüht, das zu viel an Phosphor los zu werden. Phosphor und all seine Formen wie Phosphate werden über die Niere ausgeschieden und die Ausscheidung wird durch das Ausschütten eines Hormons mit dem schönen Namen Parathormon gesteuert. Dieses sorgt dafür, dass mehr Phosphor im Urin landet.

BARF für den Hund

So weit, so gut. Leider hat dieses Hormon aber noch eine zweite Funktion: es hebt den Calzium-Spiegel im Blut. Und da wir ja (siehe oben) sowieso schon viel weniger Calzium als Phosphor haben muss dieses Calzium irgendwo herkommen. Große Calziumspeicher im Körper sind die Knochen. Und genau dort wird das Calzium eben auch herausgelöst, um das korrekte Verhältnis von Calzium zu Phosphor wieder herzustellen.

Laienhaft gesagt: zu viel Phosphat macht weiche Knochen. Zu wenig ist natürlich auch nicht gut, das Verhältnis zwischen Calzium und Phosphat muss passen.

Ähnliches passiert, wenn man beispielsweise häufig rohe Hühnereier füttert. Das im Eiklar enthaltene Avidin bindet Vitamin B7, den meisten besser unter der Bezeichnung „Biotin“ bekannt. Ein Mangel an Biotin macht aber viel mehr als „nur“ struppiges Fell und verlangsamtes Krallenwachstum, denn Biotin ist ein wichtiges Coenzym an vielen Stellen des Stoffwechsels.

Diese Liste könnte man nun weiter machen bis der letzte Leser die Lust verloren hat, deshalb lasse ich das an dieser Stelle sein. Ich denke, die Message ist klar: „BARF ist gut, es müssen aber Mineralien und Vitamine ergänzt werden“.

Die meisten Vitamine, genau genommen alle außer den Vitaminen E,D,K und A, sind wasserlöslich und damit kann man sie, wenn überhaupt, nur schwer überdosieren. Das heißt, wenn man seinem Tier beispielsweise auf Hunde abgestimmtes Präparat wie beispielsweise „Vitamin B Komplex Hund“ füttert und er braucht es dann doch nicht oder nicht so viel, dann scheidet er die überschüssigen B-Vitamine einfach aus. Da es nicht nur ein B-Vitamin gibt sondern eine ganze Reihe kann der Organismus die „behalten“, die er braucht. Ein rundum gut versorgtes Tier.

Übrigens sind gesunde Hunde mit einer guten Abwehr auch besser gegen Krankheiten und Parasinten gewappnet. Das heißt natürlich nicht, dass man den Hunde Flohkamm nicht mehr braucht oder den Hund nicht mehr entwurmen soll. Nur WENN das Tier doch mal Parasiten hat dann richten sie nicht so schnell und keinen so schweren Schaden an, bis man sie mit den passenden Maßnahmen, sei es eine Wurmkur, ein Flohmittel oder was sonst der Tierarzt des Vertrauens empfiehlt, wieder los hat.

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