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Napferhöhung für den Hund, Sinn oder Unsinn?

Seit einigen Jahren wird ausführlich darüber diskutiert, ob eine Napferhöhung für Hunde Sinn macht, oder nicht. Da dabei einerseits oft mit fragwürdigen Argumenten und

einem großen Mangel an Fakten um sich geworfen wird, schauen wir uns das mal näher an.

Die Frage ist…

…ob ein Hund sein Futter „auf dem Boden“ oder höher als dieser zu sich nehmen sollte und wie hoch die Erhöhung sein soll.

Die Antwort darauf ist…

…ein klares Ja, denn der erhöhte Napf erleichtert dem Hund die Nahrungsaufnahme in mehrfacher Hinsicht, reduziert die Belastung und kompensiert Gebrechen und Schwächen.

Es geht deshalb eigentlich weniger um die Frage des „Ob“ als um die Fragen „Wie dringend ist es“ und die Frage, wie man den erhöhten Hundenapf Besten realisiert.

improvisierte Erhöhung des Futternapfes Hund
…kann man schon auch machen – sieht halt nur nach nix aus 😉

Gesundheitlich…

…hat der erhöhte Napf für den Hund nur Vorteile:

  • Ältere Hunde, die muskelschwächer sind, gelangen leichter an ihr Futter. Sie können in Ruhe fressen und sind nicht durch ein Nachlassen ihrer Kraft eingeschränkt. Das Futter wird eher gekaut und wird bekömmlicher aufgenommen
  • – Hunde mit Gelenkserkrankungen wie Arthrose (Verschleiß) oder/und Arthritis (Entzündungen) können in entspannter Haltung und ohne zusätzlichen Schmerz fressen
  • Atemprobleme werden, im Gegensatz zum auf dem Boden stehenden Napf, nicht durch eine Zwangshaltung verstärkt. Ältere Hunde und brachycephale (=kurzköpfige) Rassen sind hierfür oft sehr dankbar
  • Bestehende Aussackungen der Speiseröhre (Schlunderweiterung, Mega-Ösophagus) werden nicht weiter mechanisch belastet: ihre Verschlechterung und Erweiterung wird hier nicht weiter gefördert.

    Aber auch Hunde mit einer Neigung zu dieser problematischen Veränderung profitieren davon, dass durch das höher positionierte Futter weniger Stauung erzeugt wird. Alleine dieser Faktor ist eigentlich schon Grund genug, das Futter höher zu stellen

Noch nicht restlos geklärt…

…ist die Sache mit der Aortenstenose: Noch gibt es keine klare Empfehlung, den Napf höher zu positionieren um hier Erleichterung zu verschaffen, abgelehnt wird es medizinisch aber einerseits nicht, andererseits ist es vorstellbar, dass die weniger gekrümmte Haltung (und damit die Abwesenheit einer komprimierenden Zwangshaltung) es dem an einer Aortenstenose erkrankten Hund leichter macht, Futter aufzunehmen.

Übrigens:

An dem Gerücht, dass Hunde mit erhöhtem Napf eher zum Schlingen neigen, ist nichts dran. Eher im Gegenteil. Durch die geringere Anstrengung und eine Minderung der Belastung und evtl. bestehender Schmerzen in der „flachen“ Position ist die gesamte Situation weniger mit Streß belastet, ein großer Faktor beim Schlingen. Die ideale Höhe des Napfs liegt im Bereich des unteren Brustkorbs. Diese Angabe ist keine exakte Wissenschaft und wird idealerweise durch eine handvoll Fütterungen bestimmt: Die Höhe, auf der der Hund am entspanntesten frißt, ohne die Vorderbeine abknicken zu müssen und mit der größten Entspannung, ist schlicht die Richtige.

Bei mittelgroßen Hunden beginnt man damit, ca. 15 cm von der Schulterhöhe abzuziehen und beobachtet dann den Freßvorgang.

Das Problem…

…hierbei ist, dass Napferhöhungen in der regel statisch sind: Man kauft sie in einer Höhe und… kann diese nicht ändern.

Besser ist daher einen Napfhalter an der Wand zu montieren. Man hält ihn dazu erst mal frei an die Wand, bis man die richtige Höhe gefunden hat. Danach wird er fest angebracht. Durch die Anbringung des Napfs an der Wand ist nicht nur das Problem „Stolperfalle“ und „Schienbeinkiller“ vieler freistehender Konstruktionen beseitigt, man hat auch jede Möglichkeit, den Napf genau in der Höhe anzubringen, die dem Hund am angenehmsten ist.